Gleich vorweg: Ich schlage auf keinem Bindungstest "schlecht" aus. D.h., ich bin ein sicher gebundener Typ (Typ B). Ich habe ganz normale, i.e. begründete, Verlustängste.
Verlustängste sind aktuell dominierend bei mir. Und zwar in der Form, dass ich darunter leide. Hoher Puls, Ängste, Grübeln, Gedankenkreisen um die Person/Beziehung. Das bedeutet gleichzeitig, dass ich in für mich unüblicher Weise klammerndes oder sagen wir eher bedürftiges Verhalten in der Beziehung zeige. Total ungewohnt, ich kann mich nicht aus der Beziehung lösen. Diese Frau aktiviert meine Bindungssysteme.
Das geschilderte ungewohnte Beziehungs-Verhalten ist der Situation geschuldet. Die Partnerin lebt ihrerseits mit einem 18 Jahre älteren Ex-Partner im gemeinsamen Haus in Form einer Wohngemeinschaft zusammen. Dabei führt der Ex-Partner noch Tätigkeiten aus, die zu einer alten Ex-Partnerschaft gehören. Er hat meine Partnerin zum Beispiel in die Klinik gefahren und wieder abgeholt. Dafür kam ich nicht in Frage. Solche Dinge und dass dieser Ex-Partner meine Partnerin im Alltag, in den Alltagsdingen viel häufiger sieht als ich, solche Dinge machen mich durcheinander, bringen mich aus dem Gleichgewicht.
Dabei kann und könnte ich eigentlich ganz ruhig bleiben. Ich bin frei. Nur, so sage ich jetzt Mal, meine Bindungshormone (Oxytocin) machen mich gaga und befördern mich von daher in den gefühlten Zwiespalt
Sobald ich in meiner freien Version denke und fühle geht es mir ausgezeichnet. Der Schleier in meinem Frontallappen ist innerhalb einer Sekunde verschwunden. Ich fühle mich frei, kann völlig klar und beschwingt denken.
Dann kommen mir solche Ideen, wie die, dass ich eine ausländische, schlanke Freundin benötige, die mit mir in meiner jetzigen Wohnung lebt. In der Wohnung, die ich gut im Alter bewohnen kann. Dann wäre Alles bezahlbar und ich hätte ein wundervolles Beziehungsleben. So ungefähr denke ich dann ganz optimistisch.
Davon abgesehen, habe ich schon jetzt meine absolute Freiheit, die mir auch dann erhalten bleibt, fall das mit meiner jetzigen Freundin doch auseinander gehen sollte. Ich kann also, und das ist das Wichtigste, vollkommen beschwingt leben. Ich kann - und werde! - schon jetzt meine Hobbys pflegen und leben: Schach, Lesen, Fahrrad fahren, in der Natur spazieren. Derzeit warte ich eher darauf, dass meine Freundin Zeit hat und bin in Bezug auf die geschilderten Hobbys eher gelähmt. Außer Plänen passiert - noch - nichts. Das ist ungesund.
Das werde ich ändern. Essenziell ist die Einstellung, das Wissen, dass ich frei bin, mich habe, egal was passiert. Und: Angebote von Frauen habe ich genug. Da herrscht insofern kein Mangel. Das werde ich erkennen, sobald ich mich wieder öffne.
Aber vielleicht wird es ja noch etwas mit meiner Freundin. Und das wünsche ich mir mehr als Alles andere.
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