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einfach mal kryptisch von der Seele schreiben (Teil 2)

Es ist so, dass ich sehr glücklich sein kann, da ich mit meiner Freundin zusammen bin. Gleichzeitig habe ich mit Blutdruck und Stress zu tun. Stress einerseits durch den Job. Das bekomme ich aber hin. Stress durch die Blutdrucksenker: Mein Körper ist runtergeregelt und sieht sich dem ungewohnt niedrigen, weil normalen Blutdruck gegenüber. Damit werde ich einen guten Umgang finden. Beta-Blocker nehme ich nicht. Die verzeichneten Nebenwirkungen sehen gruselig aus. Gruseliger als die, wie ich sie aktuell durch Moxonidin erlebe. Stress empfinde ich auch durch die ungeklärte Situation mit meiner Freundin. Wir lieben uns und doch kann ich mich nicht zu hundert Prozent auf die Beziehung einlassen; es besteht so etwas wie ein Dreieck: sie lebt mit einem Partner in einer Wohngemeinschaft ohne Gefühle, wie sie sagt. 

Das ist auch so. Jedoch bin ich sowieso - aufgrund meiner Biographie - empfindlich in der Hinsicht, ob es echte Liebe ist, die sich um mich dreht. Oder ob ich die benannte "Gefühllosigkeit" aus der Wohngemeinschaft mit dem seit dreißig Jahren bekannten Partner kompensiere. Meine Freundin hat Angst, das Haus zu verlieren, ihrer Heimat, in der sie sich eingerichtet hat, entrissen zu werden. Sie hatte bereits ihr Land verlassen gehabt. Argentinien. Militärdiktatur.

Meine Aufgabe, meine Herausforderung (durch das Universum?) ist nun, dass ich mit der Gesamtsituation einen gesunden, sogar heilsamen Umgang finde.

Wenn ich meine Freundin sehe, dann geht es mir gut.

Wenn ich mit meiner Freundin nicht zusammen bin, dann geht es mir nicht gut.

So kenne ich mich nicht.

Wie oft habe ich das in den letzten beiden Wochen bereits gesagt!?

Ich ärger mich, wenn meine Freundin unklar bleibt, wenn sie mir keine Lösung für "das Problem" präsentiert. Das kann ich nicht verlangen. Ich ertappe mich bei meiner Ungeduld - aufgrund meiner Liebe -, was, glaube ich, in einem solchen Dreieck irgendwo auch normal ist. Bleibt diese Ungeduld länger in mir, bedeutet das Distress für mich. Gesund wäre für mich, wenn es dabei bleibt: Ich sage meiner Freundin einmal, was ich verlange. Und wiederhole mich nicht. Was ich auch seit einiger Zeit nicht mache. Richtigen Druck habe ich sowieso nicht gemacht. Also blöden Männer-Druck nicht.

Meine Rolle ist, mir die Entwicklung anzugucken. Ob sich die Beziehung in Richtung einer Beziehung entwickelt. Meine Freundin macht messbare Anstalten in diese Richtung. Wenn sich da einfach nichts bewegt, dann muss ich nach einem festen Ablaufdatum meine Entscheidung treffen.

Daran scheitere ich jedoch elementar. Ich liebe diese Frau unglaublich.

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