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einfach mal kryptisch von der Seele schreiben (Teil 4)

Kritisch sind meine Verlustängste in den Beziehungen zu meinen Frauen. In Bezug auf Menschen, denen ich im Alltag begegne, die zum Teil meine Freund*innen sind, kenne ich keine Verlustangst. Wenn es nicht mehr passt, passt es nicht mehr. Aus.

In den Beziehungen mit meinen Frauen habe ich es erlebt, dass ich, erstens, wie ein kleines Kind bedürftig bin. Und aber auch, zweitens, ein erwachsener Mann bin. Mein darunter liegendes Thema in der Liebe ist die Frage, ob es wirklich um mich geht. Wenn ich hier Zweifel habe, dann kann ich verbal blöde werden.  Ich werde ungerecht und überspitze, um eine "echte" Reaktion zu provozieren. Anschließend gerate ich in die Trauer, ob ich damit alles kaputt gemacht habe. Ich ertappe mich dabei, dass ich Angst habe, die geliebte Frau zu verlieren (sic!). Und ich relativiere alles, was ich zuvor gesagt habe.

Ich bin mir in solchen Situationen unsicher, ich bin da nicht geübt darin.

Andererseits neige ich dazu, mich in Beziehungen unterzuordnen. Die Bedürfnisse der Frau gehen vor. Mein größtes Ziel ist, dass die Frau frei ist. Ich erwarte immerhin Zuverlässigkeit. Dabei ist es vollkommen ausreichend, wenn die Frau sagt, sie weiß nicht ganz genau, wann sie es schafft. Das ist besser als wenn sie sagt, sie ist um 16 Uhr fertig und ich warte um 16.30 Uhr noch immer. Ich mache mir dann unendliche Sorgen, weil ich eben schon einige dramatische Verluste in meinem Leben, in meiner Familie gehabt habe.

Irgendwie bin ich schon ganz schön blöd, stelle ich gerade fest. Ich hatte Mal so schöne Standards und Dealbreaker für mich geklärt. In der konkreten Liebessituation bin ich dann nicht mehr konsequent. Ich versuche es immerhin. Ich habe meiner Freundin gesagt, wenn sie noch einmal mir damit droht - und das auch umsetzt -, dass sie aus einer stressigen Diskussion heraus meine Wohnung verlassen wird (was mir das Messer in Herz rammt), dann war das gleichzeitig das letzte Mal.

Ich kann mir sicher sein, dass ich selbst ein tolles Leben habe. Ich bin sicher!

Es kann mir also egal sein, falls ich meine Freundin tatsächlich verlieren sollte. - Ich bin wie ich bin! Das darf ich. Das will sie auch. - Ich kann befreit aufspielen und die Beziehung genießen. Ich brauche nicht traurig sein.

Auch das, was ich an meiner Freundin liebe, liebe ich auch Mal an anderen Frauen. Ich liebe Menschen, insbesondere Frauen sowieso. Bewegung. Ihre Sicht auf die Dinge. Ihre Stimme. Ihren Körper. Ihren Geschmack, ihren Stil.

Andere Frauen machen mir allerdings regelmäßig Avancen. Über eine Mangel kann ich mich nicht beklagen. - Also ist Alles gut.

Ich will diese Frau, nämlich die Liebe meines Lebens behalten. Ich werde aber keine Angst mehr haben! Das steht fest.

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