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Österreich hat rechts

Jeder wundert sich, warum in Österreich zwei Parteien aus dem rechten Spektrum solche Zugewinne bei den Wählerstimmen haben. Immerhin wird in den Medien, aus welchen Gründen auch immer, so getan als wäre das so überraschend.

Zum Beispiel: Deutschland hat so etwas wie eine amtliche Entnazifizierung aufzuweisen. Diese Entnazifizierung war zwar über weite Strecken eine Farce, wie unter anderem die publik gewordenen Fälle von Ämterbesetzungen mit vormals recht hochrangigen Kriegsaktivisten gezeigt haben, es wurde aber nichtsdestotrotz mit diesen und anderen Mitteln versucht, so etwas wie eine Vergangenheitsbewältigung voranzutreiben.

Wie auch immer: Eine adäquate Vergangenheitsbewältigung, geschweige denn eine reguläre Entnazifizierung ist in Österreich ausgeblieben.

Man kann gar nicht genau sagen wie, aber ziemlich direkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat Österreich es geschafft sich in der ganzen Verlierer-Schuld-Sieger-Aufarbeitung so darzustellen, dass es nichts mit dem Regime unter Hitler, nichts mit Ghettos, nichts mit Judenverfolgung, nichts mit Aufsehern in Konzentrationslagern und nichts mit SS- und SA-Zentralen zu tun gehabt hätte: Eigentlich war wohl sogar eben gerade Wien nie eine österreichische Stadt gewesen. - Was? Wir?

Und so konnte in Österreich rechtspopulistisches Gedankengut recht gut überleben; jedenfalls sind daher dort noch um einiges stärkere Wurzeln leben gelassen bzw. übersehen worden als in Deutschland.

Hermine sagt: Danke der Nachfrage.

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